Wie erinnert man in Russland an den Krieg? Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg im heutigen Russland PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Dieser Artikel behandelt den wie erinnert man in Russland an den Krieg? Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg im heutigen Russland PDF Staat.


Författare: Ivan Kulnev.

In der vorliegenden Arbeit, die dem Thema Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg in Russland gewidmet ist, soll gezeigt werden, wie die Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg im heutigen Russland aussieht und worin ihre Besonderheiten bestehen. Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im heutigen Russland wird größtenteils vom Staat konstruiert und monopolisiert. Die Erinnerung an den Krieg wird nach wie vor wie in den Sowjetzeiten durch die Erinnerung an den Sieg geprägt. Wer profitiert davon? Wie wird die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im gegenwärtigen Russland vom Staat instrumentalisiert und auf welche Art und Weise missbraucht? Welche konkreten Kriegsmythen werden vom Kreml kultiviert und verbreitet? Und wie sieht schliesslich das vom Staat konstruierte Erinnerungsparadigma aus? Die Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie in dieser Arbeit.

Preußen war ein seit dem Spätmittelalter bestehendes Land an der Ostsee, zwischen Pommern, Polen und Litauen. Ursprünglich bezeichnete der Name Preußen nur den Kern des Deutschordensstaats im einstigen Stammesgebiet des westbaltischen Volkes der Prußen und die aus ihm hervorgegangenen Herrschaftsgebiete außerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Seit 1815 ein Gliedstaat des Deutschen Bundes, wurde Preußen 1866 zunächst zur Vormacht des Norddeutschen Bundes und 1871 zu der des Deutschen Reiches. Erringung der Königswürde durch Friedrich I. Zentralisierung und Militarisierung unter Friedrich Wilhelm I.

Die ursprüngliche historische Landschaft Preußen, benannt nach ihren baltischen Ureinwohnern, den Prußen, entsprach in etwa dem späteren Ostpreußen. Kurfürst Friedrich Wilhelm konnte das Herzogtum 1657 aus der polnischen Lehensabhängigkeit lösen. Da es außerhalb der Reichsgrenzen lag, war er dort nunmehr ein souveräner Herrscher. Dies nutzte sein Sohn Kurfürst Friedrich III.

Nach dem Sturz der Monarchie in der Novemberrevolution von 1918 wurde aus dem Königreich der republikanisch verfasste Freistaat Preußen, der während der Weimarer Republik ein Bollwerk der Demokratie war. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die Stammesgebiete der heidnischen Prußen zu erobern, rief der polnische Herzog Konrad von Masowien im Jahr 1209 den Deutschen Orden zu Hilfe und war bereit, ihm Landrechte in den zu erobernden Gebieten einzuräumen. Diese Pläne nahmen Gestalt an, nachdem 1226 Kaiser Friedrich II. Nachdem die gewaltsame Christianisierung der Prußen und die Eroberung ihres Landes abgeschlossen waren, gerieten die Ordensritter zunehmend in eine Legitimationskrise. Dazu kamen Konflikte mit den Nachbarländern Polen und Litauen. In der Schlacht von Tannenberg erlitten die Ordensritter 1410 schließlich eine entscheidende Niederlage gegen Polen und Litauen. Das verbliebene Gebiet des Ordensstaates umfasste in etwa das spätere Ostpreußen ohne das Ermland.

Da Papst und Kaiser weder den zweiten Thorner Frieden noch die Säkularisierung des Ordensstaates anerkannten, galten auf den Reichstagen noch längere Zeit die Hochmeister des Deutschen Ordens formell als Landesherren der preußischen Gebiete. 1415 als erster Hohenzoller die Herrschaft in der Mark Brandenburg. Die eigentliche Keimzelle des späteren hohenzollernschen Staates Preußen war die Mark Brandenburg. Sie war 1157 von dem Askanier Albrecht I. Dass Brandenburg schließlich an das damals noch vergleichsweise unbedeutende Haus Hohenzollern fiel, hatte seine Ursache in der strittigen Königswahl des Jahres 1410.