Strahlenschutz, eine europäische Herausforderung bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie PDF

Der Kernreaktor befindet sich unter strahlenschutz, eine europäische Herausforderung bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie PDF Kuppel in der Mitte. Links und rechts stehen zwei Kühltürme. Physikalische Grundlage von Kernkraftwerken ist die Energiefreisetzung bei der Spaltung von schweren Atomkernen. Die Bindungsenergie pro Nukleon ist in den Spaltprodukten größer als vorher im spaltbaren Kern.


Författare: Hans Eriskat.
Die von den Organen der Europäischen Gemeinschaft seit 1958 auf der Grundlage des EURATOM-Vertrages verfolgte Strahlenschutzpolitik als Teil der europäischen Sozialpolitik wird im Zusammenhang mit der Entwicklung der Industrialisierung einerseits und der Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie andererseits erörtert. Da andere moderne Technologien, wie Laserstrahlen und Mikrowellen, bei Fehlen wirksamer Schutzmassnahmen ein erhebliches Gefährdungs- und Konfliktpotential darstellen können, werden Vorschläge für eine europäische Initiative zum Schutz der Bevölkerung gemacht.

Größere Kernkraftwerke bestehen aus mehreren Blöcken, die unabhängig voneinander elektrischen Strom erzeugen. Im Dezember 2018 waren weltweit 450 Kernreaktoren mit insgesamt 397 GW Nettoleistung am Netz. 1955 wurde in Deutschland das Bundesministerium für Atomfragen geschaffen, das 1957 im Bundesministerium für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft und 1962 im Bundesministerium für Wissenschaftliche Forschung aufging. Die Leiter des Atomministeriums wurden als Atomminister bezeichnet.

Ab Mitte der 1960er Jahre setzte sich im deutschen Sprachgebrauch zunehmend die Ablösung des Begriffsteils Atom durch Kern durch. Als Grund dafür wird häufig die sich aufgrund des verschärfenden Kalten Kriegs und der Kubakrise zunehmende Angst vor einem Atomkrieg angeführt, in der der Namensbestandteil Atom zunehmend negativ aufgenommen wurde. Das erste zivile Kernkraftwerk der Welt wurde 1954 im russischen Obninsk erfolgreich in Betrieb genommen. Es hatte eine elektrische Leistung von 5 MW. In den meisten frühen Kernkraftwerken kamen Siedewasserreaktoren zum Einsatz, da diese einfacher zu bauen und zu regeln sind. Inzwischen sind dagegen Druckwasserreaktoren üblicher, die höhere Leistungsdichten haben und bei denen der Kontrollbereich kleiner ist.