Sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft. PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Journalist, Kolumnist und Buchautor in Neu-Delhi. Sein aktuelles Buch über das sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft. PDF Gesundheitssystem erscheint in Kürze.


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Das weite Spektrum sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Arbeiten des im November 1991 verstorbenen Ordinarius Theo Thiemeyer wird durch den Titel "Sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft" angedeutet. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit lag von Beginn an auf dem Gebiet der öffentlichen Wirtschaft und des Genossenschaftswesens, zu dem er wichtige Beiträge geleistet und als Herausgeber von Zeitschriften und Reihen gewirkt hat. Die "Schriften zum Genossenschaftswesen und zur Öffentlichen Wirtschaft" hat er seit 1980 mitherausgegeben und betreut. Weitere Bereiche betreffen die Ordnungspolitik und die Allgemeine Wirtschaftspolitiklehre, die Sozialpolitik und die Gesundheitsökonomik.
Die Beiträge dieses Bandes umfassen die Vorträge einer Reihe, die von Wissenschaftlern, die mit Theo Thiemeyer im persönlichen wissenschaftlichen Austausch gestanden haben, zum Anlaß seines 65. Geburtstages 1994 veranstaltet wurden. Der Themenkreis der Öffentlichen Wirtschaft wird dabei durch die Beiträge von Karl Oettle, Dietrich Budäus, Peter Eichhorn, Achim von Loesch und Siegfried Eichhorn vertreten, wobei das Spektrum von grundsätzlichen Überlegungen zu Unterschieden zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft über die Diskussion von Privatisierungsbestrebungen und -modellen hin zu spezielleren Themen wie der Krankenhausfinanzierung geht, womit auch der gesundheitsökonomische Bereich tangiert wird. Die Sozialpolitiklehre wird in dem Beitrag von Ingeborg Nahnsen auch in dogmenhistorischer Sicht behandelt. Ideengeschichtlich ausgerichtet ist der Beitrag von Werner Wilhelm Engelhardt, der auf Grundfragen "kritizistischer" Gemeinwohlkonzeptionen eingeht. Das Verhältnis von Sozialpolitik und Volkswirtschaftslehre thematisiert Kurt W. Rothschild. Die damit verbundene Auseinandersetzung mit der Wohlfahrtsökonomik, die auch Thiemeyer beschäftigte, spielt auch in Frank Schulz-Nieswandts Beitrag zu Thiemeyers Werk eine wesentliche Rolle. Der Beitrag von Siegfried Katterle gr

Zwischen Versorgungsnotstand und Medizintourismus Indiens Gesundheitssystem Wer in Indien krank wird, hat zwei Möglichkeiten: Entweder man begibt sich in die Hände des staatlichen Gesundheitssystems, das geprägt ist von Personalnotstand, schlechter Infrastruktur und mangelhaftem Service. Oder man lässt sich privat behandeln, muss dafür aber oftmals tief in die eigene Tasche greifen. Das indische Gesundheitssystem steckt voller Widersprüche. Einerseits hat das Land im Bereich Gesundheit erhebliche Fortschritte gemacht.

So konnte die Regierung Anfang 2014 die Ausrottung der Kinderlähmung verkünden. Zudem stieg die Lebenserwartung in den letzten 15 Jahren bei Männern von 62,3 auf 67,3 Jahre und bei Frauen von 63,9 auf 69,9 Jahre. Indien hat das am stärkste privatisierte Gesundheitssystem auf der Welt. Die Kosten für die private Behandlung sind so hoch, dass geschätzt jährlich zwei bis drei Prozent der Inder aufgrund dieser Ausgaben unterhalb die Armutsgrenze rutschen. Das staatlich finanzierte Gesundheitsversorgung ist in schlechtem Zustand. Vor allem in ländlichen Regionen fehlt es an Ärzten, Krankenschwestern und Gesundheitsstationen.

Indien hinkt in diesem Bereich hinterher, denn Verbesserungen kommen langsamer voran als nötig. Die Sterblichkeitsrate von Kindern im Alter von unter fünf Jahren ist von 125 pro 1000 Geburten im Jahr 1990 auf 52 pro 1000 Geburten im Jahr 2012. Die Säuglingssterblichkeit liegt derzeit bei 42 pro 1000 Geburten. Bis 2015 soll sie auf 40 fallen, was deutlich über der MDG-Vorgabe von 27 liegt. Die Müttersterblichkeit, also die Zahl der Frauen, die bei der Geburt zu Tode kommen, ist in Indien zwischen 1990 und 2011 schrittweise von 437 auf 178 von 100. Ungeachtet dessen verfehlt Indien auch hier die Vorgabe von 109 in den MDG deutlich.

Hinzu kommen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Das ist eine besorgniserregende Situation, denn die meisten Todesfälle bei Kindern und Müttern wären vermeidbar. Das wiederum reflektiert die Unzulänglichkeiten des staatlichen Gesundheitssystems, das Menschen mit niedrigen Einkommen eigentlich eine kostenlose oder zumindest kostengünstige Versorgung garantieren soll, einschließlich Geburt und aller notwendigen Impfungen. Das Geld dafür kommt von der Zentralregierung und fließt in eigens dafür entwickelte Programme.

5,6 Milliarden Euro von 2002 bis 2007 auf 14,2 Milliarden Euro von 2007 bis 2012. So gibt es nicht in allen CHC die Möglichkeit einer sicheren Abtreibung, was zu einer höheren Müttersterblichkeit beiträgt. Bindeglied zwischen Bevölkerung und staatlichem Gesundheitssystem. Zudem beraten sie in Fragen der Ernährung und helfen bei Impfungen für Neugeborene. Derzeit gibt es in Indien rund 900.

Hinzu kommt eine große Zahl von Medizinern, die in klassischen indischen Heilmethoden wie Ayurveda und Unani ausgebildet werden. Hochschulen und Universitäten zur Medizinerausbildung sind jedoch ungleich verteilt, mit einer starken Konzentration im Süden und Westen des Landes und nur wenigen Einrichtungen im Norden und Osten, wo es besonders an medizinischem Personal mangelt. Junge Ärzte und Krankenschwestern, die in den Städten ausgebildet wurden, scheuen sich aufs Land zu gehen, wo die Ausstattung schlecht und die finanziellen Anreize gering sind. Zahlreiche indische Ärzte gehen zudem ins westlichen Ausland. In den Vereinigten Staaten stammen nach Schätzungen 4,9 Prozent aller praktizierenden Ärzte aus Indien, in Großbritannien sind es 10,9 Prozent, in Australien 4 Prozent, in Kanada immerhin noch 2,1 Prozent. Inzwischen verfügt Indien über das stärksten privatisierte Gesundheitssystem der Welt. Von den geschätzten 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die für Gesundheitsversorgung ausgegeben werden, entfallen gerade einmal 29 Prozent auf staatliche Ausgaben.