Internationalismus und Europäische Integration im Vergleich PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? 1982, ist Historikerin am Institut für Geschichte und Gegenwartsstudien, Södertörns Högskola, und am Institut für Geschichtswissenschaft, Universität Stockholm, Schweden. In ihrer Doktorarbeit hat sie Arbeitsmigration und interkulturelles Zusammenleben in der DDR mit Hilfe eines diskursanalytischen Ansatzes untersucht. Die Wirklichkeit sah jedoch oft internationalismus und Europäische Integration im Vergleich PDF aus.


Författare: Christian Henrich-Franke.

Die europäische Integration nach dem Zweiten Weltkrieg und die Epoche des "Internationalismus" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind durch eine besonders intensive internationale Vernetzung auf politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Ebene gekennzeichnet. Um so mehr überrascht es, dass beide Epochen bislang kaum im Zusammenhang gesehen wurden. Es stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob die Integration im Zeitalter des Internationalismus als Vorläufer der Europäischen Integration nach 1945 angesehen werden kann oder ob beide Prozesse trotz Gemeinsamkeiten unterschiedliche strukturelle Ursachen und Formen haben? Handelt es sich bei dem Phänomen der Integration um eine durch die Industrialisierung ausgelöste langfristige Entwicklung, die durch die "Epoche der Weltkriege" zwischen 1914 und 1945 lediglich unterbrochen wurde? Oder überwiegen trotz der Gemeinsamkeiten zwischen beiden Prozessen doch die Unterschiede?
Diesem grob skizzierten Problemkomplex hat sich am 23. und 24. März 2006 an der Universität Siegen die von der Gerda-Henkel-Stiftung geförderte Tagung "Integration – Interdependenz von Politik, Ökonomie und Kultur im 19. und 20. Jahrhundert" gewidmet, deren Ergebnis der vorliegende Band darstellt. Die Beiträge basieren auf den einzelnen Referaten und sind um Aspekte der anschließenden Diskussionen ergänzt.

Ann-Judith Rabenschlag über Anspruch und Wirklichkeit im Leben der „Gastarbeiter“ in der DDR. Bis zum Mauerbau verließen jeden Monat tausende junger Ostdeutscher die DDR in Richtung Westen. Dennoch gab es auch in der DDR Zuwanderung. Die größte Gruppe unter den Einwanderern stellten Arbeitsmigranten und -migrantinnen dar, die ab den frühen 1960er Jahren ins Land kamen und im offiziellen Sprachgebrauch als ausländische Werktätige bezeichnet wurden.

Die Arbeitsmigration in die DDR entsprach einem allgemeinen Trend während des Kalten Krieges, nach dem das Nachkriegseuropa „in eine nördliche Zuwanderungs- und eine südliche Abwanderungsregion“ geteilt wurde. Zur Frage, wie hoch genau der Frauenanteil unter den Arbeitsmigranten war, finden sich in der Forschung wenige und zum Teil widersprüchliche Informationen. Die meisten weiblichen Arbeitskräfte kamen vermutlich aus Polen und Vietnam. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen überwogen die Altersgruppen unter 35 Jahren. Die Anstellung der Arbeitskräfte erfolgte auf Grundlage bilateraler Verträge, in denen sich die DDR und das jeweilige Entsendeland über die Modalitäten des Arbeitseinsatzes verständigten.