Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich. Band 1 PDF

Bereich des heutigen Estland und Lettland ansässige deutschsprachige Minderheit, die ab dem späten 12. Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich. Band 1 PDF Deutsch-Balten stellten den Adel und den Großteil des Bürgertums und bis weit ins 19. Jahrhundert der Stadtbewohner in den russischen Ostseegouvernements Estland, Livland, Kurland.


Författare: Michael Garleff.
Nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1938 verließ die traditionsreiche Volksgruppe der Deutschbalten nahezu geschlossen ihre Heimatstaaten Estland und Lettland und wurde in die neueroberten Gebiete Polens umgesiedelt. In unterschiedlichem Maße war sie vorher und nachher der Ideologie und der Herrschaftspraxis des Nationalsozialismus ausgesetzt. Die Beiträge zeigen, wie das Leben der Deutschbalten unter dem Einfluss nationalsozialistischer Herrschaft aussah, wie die NS-Ideologie auf einzelne Persönlichkeiten und Gruppen wirkte und welche Formen des Widerstands geleistet wurden. Die Spannbreite reicht dabei von aktiver Unterstützung des nationalsozialistischen Systems bis zum politischen Widerstand von Abgeordneten, Schriftstellern und der am Attentat des 20. Juli 1944 beteiligten Offiziere. Mit diesem auf zwei Bände angelegten Werk wird erstmals eine Aufarbeitung aktueller Forschungsthemen geleistet, die wissenschaftlich fundiert und in gut lesbarer Form einem breiten interessierten Les erkreis dargeboten wird. Der zweite Band ist für das Jahr 2001 geplant.

Jahrhunderts das gebildete Bürgertum neben dem Adel und den städtischen Beamten als politische Kraft auftrat, kam die Bezeichnung Balten auf. Der zwar früher belegte, aber nur selten verwendete Begriff Baltendeutsche war zur Zeit des Nationalsozialismus im offiziellen Gebrauch in Analogie zu Volksdeutsche, Sudetendeutsche etc. Die ersten Deutschen kamen ab dem Ende des 12. Jahrhunderts im Rahmen der Deutschen Ostsiedlung und der Eroberung des damals noch heidnischen Baltikums durch den Schwertbrüderorden ins Land. Die Geschichte der Deutschen in Litauen verlief anders, weshalb sie nicht zu den Deutsch-Balten gezählt werden. Zur ersten deutschen Ansiedlung in Litauen kam es nicht infolge einer Eroberung durch einen geistlichen Ritterorden, sondern auf Initiative der litauischen Fürsten Mindaugas und Gediminas.

Karte der russischen Ostseeprovinzen Ende des 19. Im Verlauf der Reformation nahmen die Deutsch-Balten wie auch die estnische und lettische Bevölkerung ganz überwiegend den lutherischen Glauben an. Nach dem Zerfall der Reste des Deutschordensstaates im 16. Die Deutsch-Balten konnten sich insgesamt mit der russischen Herrschaft gut arrangieren und die deutsch-baltischen Ritterschaften behaupteten einen Großteil ihrer althergebrachten Rechte. Der deutsch-baltische Adel erlangte großes Gewicht in Politik und Militär Russlands. Zahlreiche Generäle, Admiräle und hohe politische Beamte im Zarenreich waren deutsch-baltischer Abkunft. Erwachen des Nationalgefühls der Esten und Letten, das auch stark gegen die dominierende deutsch-baltische Oberschicht gerichtet war.

Schutz des Deutschen Reichs zu errichten. 1919: Kämpfe deutscher Freikorps, der Baltischen Landeswehr und des Baltenregiments zunächst gegen Bolschewiki, dann auch gegen die jungen baltischen Staaten. 1920: Bodenreform: Enteignungen und darauf folgend Emigration vieler Deutsch-Balten. Vor dem Zweiten Weltkrieg: Deutsche stellen in Estland und Litauen jeweils 1,6 Prozent der Bevölkerung, in Lettland 3,3 Prozent.

1939: Ende der Geschichte der Deutschen im Baltikum mit dem Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag: Im Oktober wurden mit Estland und Lettland Umsiedlerverträge vereinbart. Zum Jahresende waren bereits mehr als 50. 000 Deutsche aus Lettland und 14. In Estland gibt es noch zahlreiche, zum Teil verfallene Herrenhäuser des deutsch-baltischen Adels, z. Heute existieren noch kleinere Minderheiten von Deutschsprachigen in den baltischen Ländern. Litauen gibt es ebenfalls noch wenige tausend Muttersprachler.